Expertenwissen: Gurken
So gelingt der Anbau von Gurken: Wir geben Antworten auf häufige Fragen.
Gurken gehören zu den beliebtesten Gemüsepflanzen im eigenen Garten. Mit ihrem schnellen Wachstum und einer reichen Ernte machen sie besonders viel Freude, vorausgesetzt Standort, Wasser- und Nährstoffversorgung stimmen. Mit unserem Gartenperle Expertenwissen begleiten wir dich von der jungen Gurkenpflanze bis zur Ernte und zeigen dir, worauf es beim erfolgreichen Gurkenanbau wirklich ankommt.
Der richtige Standort für Gurken
Gurken lieben Wärme, Licht und einen geschützten Standort. Ein sonniger bis heller Platz bietet beste Voraussetzungen für kräftiges Wachstum und eine gute Fruchtbildung. Besonders wichtig ist ein möglichst windgeschützter Standort. Kalte Temperaturen und starke Temperaturschwankungen können das Wachstum deutlich bremsen.
Darauf solltest du achten:
- Sonniger bis heller Standort
- Möglichst warm und windgeschützt
- Lockerer und nährstoffreicher Boden
- Ausreichend Platz für die Entwicklung der Pflanze
- Bei empfindlichen Sorten ist ein Gewächshaus besonders geeignet
Gartenperle Profi-Tipp:
Gurken mögen warme Böden. Pflanze sie im Freiland deshalb erst aus, wenn keine kalten Nächte mehr zu erwarten sind und sich auch der Boden ausreichend erwärmt hat.
Gurken richtig einpflanzen
Gurken reagieren empfindlich auf Kälte. Mit dem Auspflanzen ins Freiland solltest du deshalb bis nach den letzten Spätfrösten warten. In Deutschland ist das häufig ab Mitte Mai nach den Eisheiligen der Fall. Entscheidend sind jedoch immer die tatsächlichen Temperaturen vor Ort.
Setze die Pflanzen vorsichtig ein und achte darauf, den empfindlichen Wurzelballen möglichst wenig zu beschädigen. Zwischen den einzelnen Gurkenpflanzen sollte ausreichend Abstand bleiben. Je nach Sorte und Anbauweise sind ungefähr 40 bis 60 cm Pflanzabstand ein guter Richtwert. Nach dem Einpflanzen solltest du die Gurke gründlich angießen.
Gartenperle Profi-Tipp:
Gurken besitzen empfindliche Wurzeln. Lockere den Wurzelballen beim Pflanzen nicht unnötig auf, sondern setze ihn möglichst vollständig in die vorbereitete Pflanzstelle.
Die richtige Erde
Gurken gehören zu den Starkzehrern und benötigen deshalb einen nährstoffreichen Boden. Ideal ist eine lockere, humusreiche Erde, die Wasser gut speichern kann, gleichzeitig aber überschüssiges Wasser ableitet. Dauerhafte Staunässe sollte vermieden werden.
Kompost oder andere organische Bodenverbesserer können bereits vor dem Pflanzen eingearbeitet werden und verbessern die Voraussetzungen für ein kräftiges Wachstum. Auch im Topf können Gurken erfolgreich angebaut werden. Dafür sollte ein ausreichend großes Pflanzgefäß mit guter Drainage gewählt werden.
Gurken richtig gießen
Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist beim Gurkenanbau besonders wichtig. Durch ihre großen Blätter und das schnelle Wachstum haben Gurken einen vergleichsweise hohen Wasserbedarf. Die Erde sollte möglichst gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne dass Staunässe entsteht.
Gieße vorzugsweise direkt im Wurzelbereich und vermeide es, die gesamte Pflanze und insbesondere die Blätter regelmäßig nass zu machen. An heißen Sommertagen kann eine Gurkenpflanze deutlich mehr Wasser benötigen als bei kühlerem Wetter.
Gartenperle Profi-Tipp:
Vermeide starke Wechsel zwischen völlig ausgetrockneter Erde und sehr großen Wassermengen. Eine gleichmäßige Wasserversorgung sorgt für bessere Wachstumsbedingungen.
Gurken richtig düngen
Da Gurken Starkzehrer sind, benötigen sie während ihrer Wachstums- und Erntezeit regelmäßig Nährstoffe. Eine gute Grundversorgung des Bodens bildet die Basis. Während des weiteren Wachstums kann anschließend mit einem geeigneten Gemüse- oder Gurkendünger nachgedüngt werden.
Halte dich bei der Dosierung immer an die Angaben des verwendeten Düngers. Mehr Dünger bedeutet nicht automatisch mehr Ertrag. Eine Überversorgung kann die Pflanzen ebenfalls belasten.
Besonders während der Fruchtbildung ist eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen wichtig.
Gurken richtig hochleiten
Viele Gurkensorten profitieren von einer Rankhilfe. Besonders Schlangen- und Salatgurken können platzsparend nach oben gezogen werden.
Geeignet sind beispielsweise:
- Rankgitter
- Schnüre
- Pflanzstäbe
- Ranknetze
Das Hochleiten spart nicht nur Platz. Die Pflanze bleibt übersichtlicher und die Früchte können leichter gefunden und geerntet werden. Binde die Triebe bei Bedarf vorsichtig an und achte darauf, sie nicht einzuschnüren.
Muss man Gurken ausgeizen?
Ob und wie stark eine Gurkenpflanze ausgegeizt oder geschnitten werden sollte, hängt von der Gurkenart, Sorte und Anbauweise ab. Bei hochgeleiteten Gewächshausgurken kann es sinnvoll sein, einzelne Seitentriebe gezielt zu entfernen oder einzukürzen. Dadurch kann die Pflanze übersichtlicher gehalten werden.
Bei vielen Freiland- und Snackgurken ist ein regelmäßiges Ausgeizen dagegen nicht zwingend notwendig.
Gartenperle Profi-Tipp:
Behandle nicht jede Gurkensorte gleich. Informiere dich über die Eigenschaften deiner jeweiligen Sorte, bevor du Seitentriebe oder Blüten entfernst.
Blüten und Fruchtbildung
Während des Wachstums bildet die Gurkenpflanze zahlreiche Blüten. Je nach Sorte können sich die Eigenschaften der Blüten und die Art der Fruchtbildung unterscheiden. Moderne Gurkensorten können teilweise Früchte ohne vorherige Bestäubung entwickeln. Andere Sorten sind dagegen auf eine erfolgreiche Bestäubung angewiesen.
Wenn einzelne Blüten oder sehr kleine Fruchtansätze abfallen, muss deshalb nicht sofort ein Problem vorliegen. Temperatur, Wasserversorgung, Nährstoffversorgung und die allgemeine Pflanzenentwicklung können Einfluss auf die Fruchtbildung haben.
Gelbe Blätter an Gurken
Ein einzelnes älteres, gelbes Blatt ist nicht automatisch ein Grund zur Sorge. Treten jedoch viele gelbe Blätter auf oder breitet sich die Verfärbung schnell aus, solltest du die Pflanze genauer kontrollieren.
Mögliche Ursachen sind unter anderem:
- Ungünstige Wasserversorgung
- Staunässe
- Nährstoffmangel oder Nährstoffüberschuss
- Niedrige Temperaturen
- Wurzelschäden
- Krankheiten oder Schädlingsbefall
- Natürliche Alterung älterer Blätter
Kontrolliere deshalb nicht nur die Blätter, sondern auch Erde, Wurzelsituation und die übrige Pflanze.
Krankheiten und Schädlinge
Auch bei guter Pflege können Gurken von Krankheiten oder Schädlingen betroffen sein.
Echter Mehltau:
Typisch ist ein weißlicher, mehlartiger Belag auf den Blättern.
Falscher Mehltau:
Kann sich unter anderem durch gelbliche Blattflecken bemerkbar machen. Auf der Blattunterseite können sich zusätzlich auffällige Beläge entwickeln.
Spinnmilben:
Besonders bei warmen und trockenen Bedingungen können sie auftreten. Häufig sind zunächst feine Sprenkel auf den Blättern und später teilweise feine Gespinste erkennbar.
Blattläuse:
Sie sitzen häufig an jungen Pflanzenteilen und können sich bei günstigen Bedingungen schnell vermehren.
Kontrolliere deine Pflanzen regelmäßig. Je früher ein Befall erkannt wird, desto einfacher lässt sich häufig reagieren.
Warum wächst meine Gurke nicht?
Wenn eine Gurkenpflanze nach dem Einpflanzen zunächst kaum wächst, muss das nicht direkt problematisch sein. Nach dem Umpflanzen benötigt sie manchmal etwas Zeit, um sich am neuen Standort zu etablieren.
Bleibt das Wachstum länger aus, solltest du folgende Punkte überprüfen:
- Ist es warm genug?
- Bekommt die Pflanze ausreichend Licht?
- Ist die Erde zu trocken oder dauerhaft zu nass?
- Sind ausreichend Nährstoffe vorhanden?
- Ist das Pflanzgefäß groß genug?
- Sind Schädlinge erkennbar?
- Ist das Wurzelsystem gesund?
Besonders niedrige Temperaturen können das Wachstum von Gurken stark verlangsamen.
Gurken richtig ernten
Gurken schmecken besonders gut, wenn sie rechtzeitig und regelmäßig geerntet werden. Die optimale Größe hängt von der jeweiligen Sorte ab. Eine Snackgurke wird beispielsweise deutlich kleiner geerntet als eine klassische Salat- oder Schlangengurke.
Schneide die Früchte am besten vorsichtig mit einem sauberen Messer oder einer Schere ab. Starkes Ziehen oder Abreißen kann Triebe und Pflanzenteile beschädigen.
Kontrolliere deine Gurkenpflanzen während der Hauptsaison regelmäßig, denn bei warmem Wetter können die Früchte schnell wachsen.
Gartenperle Profi-Tipp:
Regelmäßiges Ernten lohnt sich. So bleiben die Früchte in der gewünschten Größe und die Pflanze kann ihre Energie in die weitere Entwicklung und neue Früchte stecken.
Unser Tipp für eine erfolgreiche Gurkenernte
Bei Gurken kommt es vor allem auf das Zusammenspiel aus Wärme, einer gleichmäßigen Wasserversorgung und ausreichend Nährstoffen an. Beobachte deine Pflanzen regelmäßig und reagiere frühzeitig auf Veränderungen.
Unter guten Bedingungen entwickelt sich aus einer kleinen Gurkenpflanze innerhalb kurzer Zeit eine kräftige Pflanze mit zahlreichen leckeren Früchten.
Gartenperle – Pflanz dir Glück.