Expertenwissen: Kürbis
So gelingt der Anbau von Speisekürbis: Wir geben Antworten auf häufige Fragen.
Speisekürbisse gehören zu den vielseitigsten Gemüsepflanzen im Garten. Von kleinen Hokkaido-Kürbissen über aromatische Butternut-Kürbisse bis hin zu großen Muskatkürbissen gibt es zahlreiche Sorten mit unterschiedlichen Formen, Farben und Geschmacksrichtungen. Kürbispflanzen wachsen kräftig und können innerhalb eines Sommers mehrere Meter lange Triebe entwickeln.
Mit ausreichend Platz, viel Sonne, einer guten Wasser- und Nährstoffversorgung können sie zahlreiche Früchte hervorbringen. Für einen erfolgreichen Kürbisanbau sind vor allem ein warmer Standort, ausreichend Platz, eine gleichmäßige Wasserversorgung und ein nährstoffreicher Boden entscheidend.
Mit unserem Gartenperle Expertenwissen begleiten wir dich von der jungen Kürbispflanze bis zur Ernte und zeigen dir, worauf es beim erfolgreichen Anbau von Speisekürbissen ankommt.
Der richtige Standort für Speisekürbisse
Speisekürbisse bevorzugen einen sonnigen, warmen und möglichst geschützten Standort. Besonders wichtig ist ausreichend Platz. Viele Sorten bilden lange Triebe, die sich mehrere Meter über den Boden ausbreiten können.
Darauf solltest du achten:
- Sonniger und warmer Standort
- Ausreichend Platz
- Nährstoffreicher und humoser Boden
- Gleichmäßige Wasserversorgung
- Möglichst windgeschützter Platz
- Lockerer und gut durchlässiger Boden
Gartenperle Profi-Tipp:
Plane den Platz für deinen Kürbis großzügig. Aus einer kleinen Jungpflanze können innerhalb weniger Wochen mehrere Meter lange Triebe entstehen.
Speisekürbisse richtig einpflanzen
Kürbispflanzen sind frostempfindlich und sollten erst ins Freiland gepflanzt werden, wenn keine Spätfröste mehr zu erwarten sind. In Deutschland ist das häufig ab Mitte Mai nach den Eisheiligen der Fall.
Bei einer kühlen Wetterperiode kann es sinnvoll sein, noch etwas länger zu warten.
Setze die Jungpflanze ungefähr so tief ein, wie sie zuvor im Topf gestanden hat. Aufgrund des kräftigen Wachstums benötigen Speisekürbisse viel Platz. Je nach Sorte solltest du ungefähr 1 bis 2 Meter Abstand zwischen den Pflanzen beziehungsweise ausreichend Raum für die späteren Ranken einplanen. Kompakter wachsende Sorten benötigen entsprechend weniger Platz.
Nach dem Einpflanzen gründlich angießen.
Gartenperle Profi-Tipp:
Unterschätze den Platzbedarf nicht. Wenn dein Garten kleiner ist, kannst du die langen Triebe teilweise gezielt in freie Bereiche leiten.
Die richtige Erde für Speisekürbisse
Speisekürbisse gehören zu den Starkzehrern. Sie benötigen einen nährstoffreichen, humosen und lockeren Boden. Die Erde sollte ausreichend Feuchtigkeit speichern können, gleichzeitig aber überschüssiges Wasser ableiten.
Vor dem Pflanzen kann der Boden beispielsweise mit gut verrottetem Kompost oder einem geeigneten organischen Bodenverbesserer vorbereitet werden.
Kürbisse wachsen traditionell auch sehr gut in der Nähe eines gut verrotteten Kompostbereichs, sofern dort geeignete Bedingungen vorhanden sind.
Welcher Speisekürbis passt zu mir?
Speisekürbis ist nicht gleich Speisekürbis. Die verschiedenen Kürbistypen unterscheiden sich teilweise deutlich bei Größe, Geschmack, Konsistenz, Verwendung und Lagerfähigkeit. Von kleinen Hokkaido-Kürbissen bis zu großen Muskatkürbissen gibt es für nahezu jede Verwendung den passenden Kürbis.
Hokkaido-Kürbis
Der Hokkaido gehört zu den beliebtesten Speisekürbissen. Seine Früchte bleiben vergleichsweise handlich und besitzen meist eine kräftig orange bis rötliche Schale. Das Fruchtfleisch besitzt einen angenehm aromatischen, leicht nussigen Geschmack.
Ein besonderer Vorteil: Die Schale eines ausgereiften Hokkaido-Kürbisses kann bei der Zubereitung normalerweise mitgegessen werden und wird beim Garen weich.
Ideal für:
- Kürbissuppe
- Ofengerichte
- Currys
- Püree
- Kürbis aus dem Backofen
Typisch: Handliche Früchte, orangefarbenes Fruchtfleisch und essbare Schale.
Gartenperle Profi-Tipp:
Hokkaido ist eine sehr gute Wahl für Einsteiger, da die Früchte handlich sind und sich in der Küche besonders unkompliziert verarbeiten lassen.
Butternut-Kürbis
Butternut-Kürbisse erkennt man an ihrer typischen birnenförmigen Form. Das Fruchtfleisch ist hellorange, fein und besitzt einen angenehm milden bis leicht nussigen Geschmack.
Ein weiterer Vorteil ist der vergleichsweise kleine Kernbereich im unteren Teil der Frucht. Dadurch besitzt der Kürbis einen hohen Anteil an nutzbarem Fruchtfleisch.
Ideal für:
- Suppen
- Ofengerichte
- Currys
- Püree
- Aufläufe
- Mediterrane Gerichte
Typisch: Birnenförmige Früchte, viel Fruchtfleisch und kleiner Kernbereich.
Muskatkürbis
Muskatkürbisse können besonders große Früchte entwickeln. Viele Sorten besitzen eine deutlich gerippte Form und verändern ihre Farbe während der Reife.
Das Fruchtfleisch ist kräftig gefärbt und besitzt ein aromatisches, teilweise leicht würziges Aroma.
Ideal für:
- Suppen
- Chutneys
- Ofengerichte
- Püree
- Größere Mengen zum Verarbeiten
Typisch: Große, häufig gerippte Früchte und aromatisches Fruchtfleisch.
Gartenperle Profi-Tipp:
Muskatkürbisse benötigen aufgrund ihrer teilweise sehr großen Früchte ausreichend Platz und eine lange warme Wachstumsperiode.
Spaghettikürbis
Der Spaghettikürbis besitzt eine ganz besondere Eigenschaft. Nach dem Garen zerfällt sein Fruchtfleisch in lange, spaghettiähnliche Fasern. Dadurch kann er beispielsweise als Gemüsebeilage oder Alternative zu klassischen Nudeln verwendet werden.
Ideal für:
- Ofengerichte
- Als Gemüsebeilage
- Gefüllte Kürbisgerichte
- Als Alternative zu Pasta
Typisch: Faseriges Fruchtfleisch, das nach dem Garen an Spaghetti erinnert.
Weitere Speisekürbisse
Neben den bekannten Sorten gibt es zahlreiche weitere Speisekürbisse mit unterschiedlichen Formen, Farben und Geschmacksrichtungen. Einige Sorten bilden kleine Portionskürbisse, andere können sehr große Früchte entwickeln.
Achte beim Kauf immer darauf, dass es sich ausdrücklich um einen Speisekürbis handelt.
Welcher Kürbis ist der richtige für dich?
- Du möchtest einen unkomplizierten Allrounder? → Hokkaido
- Du möchtest besonders viel Fruchtfleisch und wenig Kerngehäuse? → Butternut
- Du möchtest einen großen, aromatischen Kürbis? → Muskatkürbis
- Du möchtest etwas Besonderes ausprobieren? → Spaghettikürbis
- Du möchtest Kürbissuppe kochen? → Hokkaido, Butternut oder Muskatkürbis
- Du hast nur wenig Platz? → Achte auf kompakter wachsende oder kleinfrüchtigere Sorten
Gartenperle Profi-Tipp:
Achte neben Geschmack und Fruchtgröße immer auch auf den Platzbedarf und die Reifezeit der jeweiligen Sorte.
Speisekürbisse richtig gießen
Durch ihre großen Blätter, langen Triebe und großen Früchte benötigen Kürbispflanzen während der Wachstumszeit regelmäßig Wasser. Besonders während warmer Sommerperioden kann der Wasserbedarf hoch sein.
Gieße möglichst direkt im Wurzelbereich. Die Erde sollte möglichst gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne dass dauerhaft Staunässe entsteht. Vermeide es nach Möglichkeit, die gesamte Pflanze regelmäßig über die Blätter zu bewässern.
Gartenperle Profi-Tipp:
Eine Mulchschicht kann helfen, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten und gleichzeitig das Wachstum von Unkraut zu reduzieren.
Speisekürbisse richtig düngen
Kürbisse gehören zu den Starkzehrern und benötigen während ihres kräftigen Wachstums viele Nährstoffe.
Eine gute Grundversorgung des Bodens ist deshalb besonders wichtig. Während der weiteren Entwicklung kann bei Bedarf mit einem geeigneten Gemüsedünger nachgedüngt werden. Halte dich bei Dosierung und Häufigkeit an die Empfehlungen des verwendeten Düngers.
Eine Überdüngung sollte vermieden werden. Besonders eine übermäßig hohe Stickstoffversorgung kann sehr starkes Blatt- und Triebwachstum fördern.
Speisekürbis im Topf anbauen
Grundsätzlich können auch Speisekürbisse in Pflanzgefäßen angebaut werden. Aufgrund des starken Wachstums ist dafür jedoch ein sehr großes Gefäß notwendig.
Kompaktere und kleinfrüchtigere Sorten eignen sich für die Topfkultur besser als sehr stark wachsende Sorten.
Für eine Kürbispflanze sollte ein Gefäß mit mindestens etwa 40 bis 50 Litern Volumen gewählt werden. Größer ist bei kräftig wachsenden Sorten von Vorteil.
Achte besonders auf:
- Sehr großes Pflanzgefäß
- Abzugslöcher gegen Staunässe
- Nährstoffreiche Erde
- Sonnigen Standort
- Regelmäßige Wasserversorgung
- Ausreichende Nährstoffversorgung
- Genügend Platz für die Ranken
Gartenperle Profi-Tipp:
Auch wenn die Wurzeln im Topf stehen, benötigen die Ranken außerhalb des Gefäßes viel Platz. Plane deshalb ausreichend Fläche rund um den Topf ein.
Wie wachsen Kürbisse?
Viele Speisekürbisse entwickeln lange Ranken, die sich über mehrere Meter ausbreiten können. Die Triebe können gezielt in freie Bereiche des Gartens geleitet werden. Dabei solltest du vorsichtig vorgehen, da ältere Triebe beim starken Biegen beschädigt werden können.
Einige Kürbissorten wachsen kompakter beziehungsweise buschiger. Achte deshalb immer auf die Wuchsform der jeweiligen Sorte.
Kann man Kürbisse hochleiten?
Kleinfrüchtige Kürbissorten können teilweise an sehr stabilen Rankgerüsten hochgeleitet werden. Das kann besonders bei begrenztem Platz interessant sein.
Die Rankhilfe muss jedoch das Gewicht von Pflanze und Früchten sicher tragen können. Größere Früchte sollten zusätzlich mit einem stabilen Netz oder einer Fruchtschlinge unterstützt werden.
Sehr großfrüchtige Sorten lässt man normalerweise besser über den Boden wachsen.
Gartenperle Profi-Tipp:
Nicht jeder Kürbis eignet sich zum Hochleiten. Je größer und schwerer die Früchte werden, desto stabiler muss die gesamte Konstruktion sein.
Männliche und weibliche Kürbisblüten
Kürbispflanzen bilden männliche und weibliche Blüten. Nur aus den weiblichen Blüten entstehen nach erfolgreicher Bestäubung Kürbisfrüchte.
Männliche Blüten
Männliche Blüten sitzen auf einem längeren, dünnen Blütenstiel. Unterhalb der Blüte befindet sich kein verdickter Fruchtansatz. Sie liefern den Pollen für die Bestäubung.
Weibliche Blüten
Bei weiblichen Blüten befindet sich direkt unterhalb der Blüte bereits ein kleiner verdickter Fruchtknoten. Dieser sieht häufig schon wie ein Mini-Kürbis aus.
Nach erfolgreicher Bestäubung beginnt dieser Fruchtansatz weiterzuwachsen.
Gartenperle Profi-Tipp:
Wenn deine Kürbispflanze am Anfang nur männliche Blüten bildet, ist das normalerweise kein Grund zur Sorge. Weibliche Blüten können im weiteren Verlauf folgen.
Kürbisse richtig bestäuben
Damit sich aus einer weiblichen Blüte ein Kürbis entwickelt, muss sie erfolgreich bestäubt werden. Im Garten übernehmen diese Aufgabe normalerweise Bienen, Hummeln und andere Insekten.
Bei ungünstigem Wetter oder wenigen Bestäubern kann die Bestäubung jedoch unzureichend sein. Dann kann es vorkommen, dass kleine Fruchtansätze zunächst wachsen, anschließend aber gelb werden, weich werden oder abfallen.
Kürbisse von Hand bestäuben
Bei Bedarf kannst du die Bestäubung selbst unterstützen. Dafür kannst du eine frisch geöffnete männliche Blüte verwenden und den Pollen vorsichtig auf die Narbe einer geöffneten weiblichen Blüte übertragen.
Alternativ eignet sich ein kleiner weicher Pinsel. Die Blüten öffnen sich häufig am Morgen. Deshalb ist der Vormittag meist ein guter Zeitpunkt für eine Handbestäubung.
Gartenperle Profi-Tipp:
Wenn mehrere kleine Kürbisansätze nacheinander absterben, kontrolliere morgens, ob männliche und weibliche Blüten gleichzeitig geöffnet sind. Bei Bedarf kannst du die Bestäubung einfach selbst unterstützen.
Warum werden kleine Kürbisse gelb und fallen ab?
Wenn sich bereits ein kleiner Kürbis gebildet hat, dieser aber anschließend gelb wird und nicht weiterwächst, kann eine unzureichende Bestäubung eine häufige Ursache sein.
Weitere mögliche Ursachen sind:
- Ungünstige Witterung
- Niedrige Temperaturen
- Extreme Hitze
- Trockenstress
- Staunässe
- Ungünstige Nährstoffversorgung
- Allgemeiner Pflanzenstress
Abgestorbene oder faulende Fruchtansätze solltest du vorsichtig entfernen.
Warum hat mein Kürbis Blüten, aber keine Früchte?
Besonders zu Beginn der Blütezeit kann eine Kürbispflanze zunächst überwiegend männliche Blüten entwickeln. In diesem Fall können noch keine Früchte entstehen. Später folgen normalerweise auch weibliche Blüten.
Sind weibliche Blüten vorhanden, aber die Fruchtansätze entwickeln sich nicht weiter, solltest du besonders die Bestäubung kontrollieren. Auch Temperatur, Wasserversorgung und Nährstoffversorgung können Einfluss auf die Fruchtbildung haben.
Muss man Kürbisse schneiden?
Speisekürbisse müssen grundsätzlich nicht zwingend regelmäßig geschnitten werden. Bei sehr stark wachsenden Pflanzen kann es jedoch sinnvoll sein, einzelne Triebe zu begrenzen oder gezielt zu führen.
Auch beschädigte oder kranke Pflanzenteile können entfernt werden. Wenn bereits ausreichend Früchte angesetzt haben, kann bei manchen Anbauweisen ein Einkürzen sehr langer Triebe sinnvoll sein, damit die Pflanze ihre Energie stärker in vorhandene Früchte investieren kann.
Ein starker Rückschnitt ist jedoch normalerweise nicht notwendig.
Gartenperle Profi-Tipp:
Entferne nicht unnötig viele gesunde Blätter. Sie versorgen die Pflanze über die Photosynthese mit Energie und sind für die Entwicklung der Früchte wichtig.
Soll man etwas unter die Kürbisfrüchte legen?
Große Kürbisse liegen häufig über längere Zeit direkt auf dem Boden. Besonders bei feuchtem Boden kann es deshalb sinnvoll sein, eine trockene Unterlage unter die Früchte zu legen.
Geeignet sind beispielsweise:
- Ein Holzbrett
- Stroh
- Eine geeignete trockene Unterlage
Dadurch liegt die Frucht nicht dauerhaft direkt auf feuchter Erde. Kontrolliere die Früchte während ihrer Entwicklung regelmäßig.
Gelbe Blätter am Kürbis
Einzelne ältere Blätter können während der Saison natürlich gelb werden. Werden jedoch viele Blätter gleichzeitig gelb oder treten weitere Veränderungen auf, solltest du die Pflanze genauer kontrollieren.
Mögliche Ursachen sind:
- Zu viel oder zu wenig Wasser
- Staunässe
- Nährstoffmangel
- Nährstoffüberschuss
- Wurzelprobleme
- Krankheiten
- Schädlingsbefall
- Natürliche Alterung älterer Blätter
Entscheidend ist immer das Gesamtbild der Pflanze.
Weißer Belag auf Kürbisblättern – Mehltau?
Ein weißlicher Belag auf den Blättern kann auf Echten Mehltau hinweisen. Dieser tritt bei Kürbisgewächsen besonders im späteren Verlauf der Saison relativ häufig auf.
Typisch sind zunächst einzelne weißliche, mehlartige Flecken, die sich später über größere Blattbereiche ausbreiten können.
Auch Falscher Mehltau kann Kürbispflanzen befallen und andere Blattveränderungen verursachen. Eine gute Luftzirkulation und passende Kulturbedingungen können helfen, das Krankheitsrisiko zu reduzieren.
Krankheiten und Schädlinge
Speisekürbisse können von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen betroffen sein.
Echter Mehltau:
Zeigt sich häufig als weißlicher, mehlartiger Belag auf den Blättern.
Falscher Mehltau:
Kann gelbliche bis bräunliche Blattflecken verursachen.
Blattläuse:
Können besonders an jungen Pflanzenteilen auftreten.
Schnecken:
Besonders junge Kürbispflanzen können durch Schneckenfraß stark geschädigt werden.
Kontrolliere deine Pflanzen regelmäßig, besonders nach feuchten Nächten.
Warum wächst mein Kürbis nicht?
Nach dem Einpflanzen kann eine Kürbispflanze zunächst etwas Zeit benötigen, um sich am neuen Standort zu etablieren.
Bleibt das Wachstum länger aus, solltest du folgende Punkte überprüfen:
- Ist der Standort warm genug?
- Bekommt die Pflanze ausreichend Sonne?
- Ist der Boden zu trocken oder dauerhaft nass?
- Sind ausreichend Nährstoffe vorhanden?
- Hat die Pflanze genügend Platz?
- Sind die Wurzeln gesund?
- Gibt es Schädlinge?
- Waren die Temperaturen möglicherweise zu niedrig?
Besonders kühle Nächte können das Wachstum junger Kürbispflanzen deutlich verlangsamen.
Wann ist ein Speisekürbis reif?
Der richtige Erntezeitpunkt ist besonders wichtig, wenn der Kürbis anschließend gelagert werden soll. Je nach Sorte unterscheiden sich die genauen Reifezeichen.
Typische Hinweise auf einen reifen Kürbis sind:
- Die Frucht hat ihre sortentypische Farbe erreicht
- Die Schale ist fest und lässt sich nicht mehr leicht mit dem Fingernagel einritzen
- Der Fruchtstiel wird zunehmend trocken und hart
- Die Pflanze beziehungsweise die Blätter beginnen gegen Saisonende abzubauen
- Die Frucht klingt beim Klopfen bei vielen Sorten eher hohl
Nicht jedes Merkmal ist bei jeder Sorte gleich ausgeprägt.
Gartenperle Profi-Tipp:
Achte besonders auf eine feste Schale und einen zunehmend trockenen, harten Fruchtstiel. Diese Merkmale sind bei vielen lagerfähigen Speisekürbissen gute Hinweise auf die Erntereife.
Speisekürbisse richtig ernten
Speisekürbisse sollten möglichst vor dem ersten starken Frost geerntet werden. Schneide die Frucht mit einer sauberen und scharfen Schere oder einem Messer ab.
Lasse dabei unbedingt einen Teil des Fruchtstiels am Kürbis. Ein Stiel von mehreren Zentimetern schützt die Frucht besser bei der anschließenden Lagerung.
Trage Kürbisse niemals am Stiel. Dieser kann abbrechen und dadurch eine Eintrittsstelle für Fäulnis entstehen. Behandle die Früchte vorsichtig und vermeide Verletzungen der Schale.
Gartenperle Profi-Tipp:
Ein beschädigter Kürbis sollte möglichst zuerst verarbeitet werden. Für eine lange Lagerung eignen sich nur gesunde und unverletzte Früchte.
Kürbisse nach der Ernte nachreifen und aushärten lassen
Bei lagerfähigen Speisekürbissen kann es sinnvoll sein, die Früchte nach der Ernte zunächst an einem warmen, trockenen und gut belüfteten Ort nachreifen beziehungsweise aushärten zu lassen.
Dadurch kann die Schale weiter fest werden und kleinere oberflächliche Verletzungen können besser abtrocknen.
Die Früchte sollten dabei trocken liegen und sich möglichst nicht gegenseitig berühren. Anschließend können geeignete Sorten eingelagert werden.
Speisekürbisse richtig lagern
Viele vollständig ausgereifte Speisekürbisse können über einen längeren Zeitraum gelagert werden. Entscheidend sind gesunde, unbeschädigte und gut ausgereifte Früchte.
Ideal ist ein:
- Trockener Lagerplatz
- Luftiger Lagerplatz
- Frostfreier Lagerplatz
- Eher kühler, aber nicht kalter Lagerplatz
Die Kürbisse sollten möglichst nicht direkt auf einem kalten oder feuchten Boden liegen. Kontrolliere die Früchte während der Lagerung regelmäßig.
Zeigt ein Kürbis weiche Stellen, Schimmel oder andere Anzeichen von Verderb, sollte er aussortiert werden. Je nach Sorte und Lagerbedingungen kann sich die mögliche Lagerdauer deutlich unterscheiden.
Bittere Kürbisse nicht essen
Speisekürbis sollte nicht stark bitter schmecken. Ein ungewöhnlich bitterer Geschmack kann auf erhöhte Mengen sogenannter Cucurbitacine hinweisen. Diese Bitterstoffe können gesundheitsschädlich sein und werden durch Kochen nicht zuverlässig zerstört.
Schmeckt ein Kürbis ungewöhnlich stark bitter, solltest du ihn deshalb nicht weiteressen und entsorgen. Das gilt auch für bereits daraus zubereitete Speisen.
Gartenperle Hinweis:
Verwende hochwertiges Saat- beziehungsweise Pflanzgut und verzehre Kürbis nicht, wenn das Fruchtfleisch auffällig bitter schmeckt.
Unser Tipp für eine erfolgreiche Kürbisernte
Für kräftige Kürbispflanzen und schöne, ausgereifte Früchte sind vor allem viel Sonne und Wärme, ausreichend Platz, eine gleichmäßige Wasserversorgung und genügend Nährstoffe entscheidend.
Beobachte während der Blüte die männlichen und weiblichen Blüten und unterstütze die Bestäubung bei Bedarf von Hand. Gib den Früchten anschließend ausreichend Zeit zum Ausreifen und ernte lagerfähige Kürbisse mit einem ausreichend langen Fruchtstiel.
Ob aromatischer Hokkaido, cremiger Butternut, großer Muskatkürbis oder außergewöhnlicher Spaghettikürbis – mit der richtigen Pflege kannst du deine eigenen Speisekürbisse vom Sommer bis weit in die kühlere Jahreszeit genießen.
Gartenperle – Pflanz dir Glück.