Pflanz- & Kulturanleitung

Die Gärtnerei Hummel wurde 1947 vom Gärtnermeister Reinhold Hummel, auf dem „Äckerle“ seiner Großmutter, in Stuttgart gegründet. Anfang der fünfziger Jahre gelang dem leidenschaftlichen Gärtner die Züchtung der ersten echten Klettererdbeere, eine Weltneuheit.
Durch den großen Erfolg, besonders in den USA, richtete er seinen Betrieb ausschließlich auf die Züchtung von Erdbeersorten für den Hausgarten aus. Den heute noch geltenden Anforderungen, Sorten mit einheitlichen, hellroten, transport- und lagerfähigen Früchten zu züchten, kehrte er den Rücken. Und dem sind wir bis heute treu geblieben!

Im Fokus stehen gerade Geschmack und Aroma der Früchte. Immer wieder durch vielfache Kreuzungen neue Kombinationen aus Aromen, Süße und Fruchtsäuren (Vitamin C) zu finden und zu verfeinern, ist unser Ziel. Nicht einfach hellrot, sondern von orangerot bis tief dunkelrot reicht das Farbspektrum unserer Früchte, von klein aber intensiv süß, bis groß und richtig fruchtig.

Hummi® Erdbeeren sind speziell für die Ansprüche und Bedingungen im Hausgarten gezüchtet. 
Sie gehören zu den Kulturerdbeeren (Botanisch: Fragaria x ananassa, Familie: Rosengewächse, 
Frucht: Sammelnussfrucht).

Aromatische, große, süß-saftige Früchte und ertragreiche, robuste Pflanzen, sind unsere wichtigsten Zucht-
ziele. Aufgrund unseres speziell entwickelten Kulturverfahrens sind die gelieferten Jungpflanzen krankheits- und schädlingsfrei. Dies wird laufend von unabhängigen Stellen kontrolliert. 
So ist ein optimaler Start im Hausgarten sichergestellt.

Bei richtiger Pflege können Sie bis zu drei Jahren mit Vollertrag süßer, aromatischer Erdbeeren rechnen. Anschließend nehmen Fruchtgröße und Ertrag ab.

Bitte berücksichtigen Sie unsere Anbauempfehlungen und Sie werden 
mit vielen, leckeren Erdbeeren reich belohnt!

Standort, Bodenvorbereitung und Düngung

Standort: volle Sonne bis Halbschatten, geschützt.

Boden: humos (dunkel), pH Wert 5,5 bis 6,5, gut lockern bis er fein-krümelig ist. Bitte verwenden Sie keinen Kompost oder Rindenmulch zur Bodenverbesserung. Dieses Material ist für Erdbeeren ungeeignet.
Es verursacht oft Missernten und sogar Schäden an den Pflanzen.

Tipp: Ungedüngter Hochmoortorf ist die ideale Bodenverbesserung für alle Böden, ob lehmig oder sandig.
Einfach 1-2 Säcke Torf auf der Beetfläche verteilen und ca. 30 cm tief einarbeiten.
In sehr schwere Böden sollte zusätzlich auch noch Sand eingearbeitet werden.

Düngung: 1. Termin: wenn Sie nach der Pflanzung sehen, dass neue Blätter wachsen.
Dann jedes Jahr nur nach der Ernte düngen. Bitte nicht im Frühjahr düngen!
Das hat auf den Ertrag keinen Einfluss mehr, kann aber leicht zu Schäden führen.

Tipp: Bevor Sie düngen, den Boden gut befeuchten.

Dünger: optimal ist ein organischer Beerendünger (ohne Guano),
50 bis 70 g/m2 leicht um die Pflanzen herum einarbeiten.

Pflanzzeit & Pflanzung

Pflanzzeit: Ideal von Juli bis Mitte September, eine Frühjahrspflanzung von Mitte März bis Mitte Mai 
ist aber auch möglich.

Tipp: Bei Frühjahrspflanzung im Pflanzjahr, alle Blüten sofort entfernen, 
das vergrößert die erste richtige Ernte im Folgejahr sehr.

Pflanzung: Wurzelballen und Boden müssen gut feucht sein.

Tipp: Wurzelballen in einem Eimer voll Wasser baden.

Abstand: 20 - 30 cm in der Reihe und 50 - 80 cm zwischen den Reihen. 
Faustformel: 24 Pflanzen benötigen ca. 6 m2 Beetfläche

Das Pflanzloch nur so tief machen, dass die Oberkante des Wurzelballens mit der Bodenoberfläche abschließt. Den Ballen einsetzen, gut von allen Seiten andrücken und leicht mit Erde bedecken (Verdunstungsschutz). Das Pflanzenherz darf nicht mit Erde bedeckt sein. Anschließend mit wenig Druck gründlich angießen. Fertig! Nun so lange jeden Abend kräftig gießen, bis die Pflanzen angewachsen sind

Pflegemassnahmen

Vliesabdeckung im Frühjahr bei Gefahr von Spät- oder Kahlfrösten, um die Blüten zu schützen. Das Vlies muss tagsüber aber unbedingt entfernt werden, sonst wird die Bestäubung behindert.

Durch einen milden und langen Herbst kann es zu einer sehr starken Anlage von Blütenknospen kommen. Dies führt zu auffällig vielen Blüten ("Überblühen") und anschließend bei der Ernte zu sehr vielen, kleinen Früchten, die nicht gut schmecken. Sollte dies der Fall sein, entfernen Sie bis auf 3-5 alle weiteren Blütenstände. Aber erst, wenn sich aus den Blüten die ersten Früchte entwickeln! Durch diese Reduzierung ist die Ernte gesichert.

Ausläufer möglichst früh abschneiden. Sie schwächen die Pflanzen so stark, dass die Ernten der Folgejahre sonst wesentlich geringer ausfallen. Bei den immertragenden Sorten lässt man die Ranken dagegen wachsen, denn die neuen Pflänzchen können auch beerntet werden.

Nach der Ernte den äußersten Blattkranz (also die ältesten Blätter) abschneiden. Die übrigen Blätter im Winter absterben lassen und im Frühjahr entfernen.

Im Frühjahr von Anfang an auf eine gute, gleichmäßige Wasserversorgung achten, besonders in den 4 Wochen von der Blüte bis zur Ernte. Gießen Sie die Pflanzen immer nur seitlich, nie von oben in die Pflanze gießen (Fäulnisgefahr!).

Das Unterlegen der Früchte mit Stroh oder normalem Gartenvlies ist sehr sinnvoll. Es hält die Früchte sauber und sie trocknen nach Regen schneller wieder ab.

Pflanzenschutz

Hummi® Jungpflanzen sind aufgrund unserer besonderen Anzuchtmethode virus-, bakterien- und pilzfrei.
Dies wird laufend unabhängig kontrolliert. Durch die spezielle Wuchsform der Hummi®-Sorten (lockerer Hochbusch) trocknen die Früchte nach Regen sehr schnell wieder ab. Hummi®-Pflanzen werden ausschließlich als Hochzuchtpflanzgut (HZ) geliefert. Für diese Sorten betreiben wir eine aufwendige Erhaltungszüchtung, um Abbauerscheinungen vorzubeugen und das Leistungsniveau lange zu erhalten. 

Der Pflanzenschutzeinsatz wird durch die hohe Qualität der Jungpflanzen von vornherein für Sie 
minimiert. 

Sollten trotzdem Maßnahmen nötig werden, gebrauchen Sie nur vom Fachmann ausgehändigte Präparate nach genauer Anweisung!


Besonderheiten bei unseren immertragenden Sorten

Hummi® KletterToni, Meraldo, Merosa, Rimona, Waldfee und Gento tragen laufend Früchte, vom Juni bis zum Frostbeginn. Diese Sorten können alle ins Beet aber auch sehr gut in Schalen, Kübel, Ampeln oder Balkonkästen gepflanzt werden.

Gefäße: z. Bsp. 4 Pflanzen in einem 100 cm Balkonkasten.
Schalen oder Kübel sollten mindestens einen Durchmesser von 30 cm (ausreichend für eine Pflanze) haben.
Eine Gefäßhöhe von 35 bis 40 cm reicht gut aus.
Faustformel: 2 bis 3 ltr. Erde je Pflanze, 25 cm Abstand von Pflanze zu Pflanze.

Erde: Bitte kein Kompost, Rindenmulch oder normale Pflanzerde verwenden.
Sehr gut geeignet ist Stauden-, Aussaat- oder Kräutererde (wenig Dünger, viel Torf).
Oder humoser Gartenboden gemischt mit purem Torf.

Düngung im Beet: 14-tägig ca. 5 g organischer Beerendünger (ohne Guano) um die Pflanze streuen
und leicht in den feuchten Boden einarbeiten.
Düngung in Gefäßen: nach Bedarf wöchentlich einmal mit flüssigem Blühpflanzendünger düngen.

Pflege: Im Herbst vor der Winterruhe nur die Ranken abschneiden und erst im Frühjahr die alten Blätter. An der Waldfee bitte gar nichts abschneiden.

Tipp KletterToni: Entfernen Sie an der Mutterpflanze immer wieder die Blüten, so wachsen schneller viele Ranken, zum Aufbinden. Und die Früchte der neuen Pflänzchen werden größer.




Fragen

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Wir sind für Sie da:
Telefon: 0711 860083-0
E-Mail: frage@hummibeeren.de